Spielbericht: Union – St. Pauli III

Manchmal läuft’s einfach nicht. So oder so ähnlich muss man diesen Mannschaftskampf der fünften Landesligarunde wohl zusammenfassen. Dabei waren die Vorzeichen eigentlich gar nicht so schlecht. Zur Top-8-Besetzung fehlten nur zwei Spieler (Thorsten und Hanno), wir waren an sechs Brettern Wertungszahlfavorit – und die Zweite von St. Pauli hatten wir in dieser Saison schließlich schon geschlagen. Erklärungsversuche könnten also vielleicht in Richtung “Kopfsache” gehen. Wäre ja beim Schach nicht so selten …

Vielleicht waren wir aber auch durch das Blitzlicht von Uwe Ernst geblendet, der unser Team vor dem Anpfiff ablichtete. Am Anfang gings noch, es gab zwei Punkteteilungen. Diese hatten aber bereits einen faden Beigeschmack. Ich bekam als Nachziehender gegen das Londoner System eine Variante aufs Brett, von der ich zwar wusste, dass sie allgemein als für Weiß mit am gefährlichsten eingeschätzt wird, nur wusste ich nicht warum. Bei dem Versuch, das herauszufinden, ließ ich meine Uhr ablaufen und war über das Friedensangebot meines Gegenübers eher dankbar – ½:½. Mir nach tat es Karlheinz, der eigentlich einen schönen Eröffnungsvorteil hatte, sich dann aber bei der Mittelspielplanfindung verzettelte und das Remis nicht ablehnen konnte – 1:1. Die Ruhe vor dem Sturm. Es passierte eine Weile nicht viel, als es plötzlich binnen einer halben Stunde zum bretterübergreifenden Kollaps kam: Ralf-Dieter leitete eine schöne Kombination ein – leider mit Loch – 1:2. Gerrit unterlag in einem damenlosen Mittelspiel, als sein Kontrahent den Raum- in Materialvorteil umwandelte – 1:3. Holger H.’s Fianchettostellung fehlte der Läufer, den sein Gegenüber noch hatte. Ein Turmeinschlag besorgte den Rest – 1:4. Lutz hatte früh alles abgetauscht und ein Turmendspiel erreicht, das man im Leben nicht verlieren konnte. Außer man will zu sehr gewinnen – 1:5. Was für eine Watschn! Die betretenen Gesichter wurde dann aber doch noch etwas aufgehellt, als Andreas in (zumindest halbwegs) souveräner Manier ein T+S gegen T+S-Endspiel mit Mehrbauer gewann – 2:5. Und fast hätte es Erich sogar noch erträglich gemacht, wenn er sich – als letzter Kämpfer – für sein großes Engagement belohnt hätte. Aber es gibt halt so Tage …

Endstand also 2½:5½. Doch man kann auch Positives vermerken: Es reicht immer noch zu Platz 5. Und mit Blick ans Tabellenende (nicht dass man da unbedingt hingucken möchte) war es nicht unerfreulich, dass die bislang punktlosen Letzten im direkten Duell die Mannschaftspunkte teilten.

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