Spielbericht: Union III – Wedel

Thomas Be(Richter) über sein Debüt als Eimsbüttler Mannschaftskapitän

Gleich zum Saisonauftakt kam es im Hamburg-Haus zu einem Doppel-Heimspiel unserer beiden Bezirksliga-Teams. Dass wir mit der dritten Mannschaft in der Bezirksliga B den vermeintlich schwersten Gegner unserer Staffel empfingen und obendrein drei Stammspieler ersetzen mussten, machte die Aufgabe gegen die Schachfreunde Wedel sicher nicht leichter.

Doch ein Ersatzspieler war gleich gefunden. Da Uwe Ernst sowieso um 18:45 Uhr für unsere Homepage Fotos der beiden Mannschaften schießen wollte, konnte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und ihn um Ersatz bitten. Er hätte über ein Jahr nicht gespielt, wehrte er sich. Ergo erklärte ich ihm, er könne trotzdem ganz frei aufspielen, da wir sowieso nur krasser Außenseiter wären. Aber wenn er schon da sei, um zu fotografieren, könnte er danach doch auch gleich noch mitspielen. Und so war unser Profifotograf auch der erste, der mich in meiner neuen Rolle als Kapitän nach einer Dreiviertelstunde sogar den ersten halben Punkt an Brett 8 eintragen ließ. Etwas später folgte dann noch genauso Uwe Börner an Brett 2.

Mit einem Unentschieden auch am Ende des Wettkampfes wären wir alle selbstverständlich sehr zufrieden gewesen. In der dritten Stunde waren dann aber leider an Brett 4 bis 6 die ersten Niederlagen zu quittieren, wobei Max Emilio Lill in eventuell sogar für ihn etwas schlechterer Stellung ein Remisangebot abgelehnt hatte. Gute Einstellung. Hinzu kamen zwischendurch zum Glück noch zwei weitere Remisen, beide allerdings aus etwas besseren Stellungen heraus. Stark war sicher schon die Punkteteilung am dritten Brett von Karsten Seelbach. Aber noch etwas mehr überzeugte die Kiebitze die blitzsauber vorgetragene Italienisch-Partie an Brett 7 von Jörg Holzhausen. Sein Gegner Wolfgang Schmeichel konnte es zunächst gar nicht recht glauben, wie er mir sagte, und begrüßte mich um kurz vor 19 Uhr überschwänglich. Wir beide haben schließlich vor 25 Jahren noch für den Barmbeker SK zusammen in einer Mannschaft gespielt.

Leider habe ich von den anderen Partien gar nicht so viel mitbekommen, weil ich zu sehr mit meiner eigenen am Spitzenbrett beschäftigt war. Meine Vorbereitung ging voll auf, so dass ich in einer englischen Eröffnung das vorübergehende weiße Figurenopfer ablehnte, statt dessen selbst erst einen Bauern und dann noch eine Figur opferte. Doch nachdem ich die Figur zurück erhalten hatte, wollte ich leider auch zu schnell an der Bauernfront ausgleichen. Auf meinem Analysebrett hatte ich meinen eigenen Zwischenzug gefunden, da mir der Computer glasklar aufzeigte, dass sofortiger Bauernrückgewinn wegen eines wiederum weißen Zwischenzugs nicht funktionierte. So verlor ich aufgrund eines Fehlers im zehnten Zug, den ich zu meiner Schande vor Partiebeginn schon drei Wochen lang antizipiert hatte, gleich eine Leichtfigur und dachte natürlich sofort, nunmehr wohl als erster fertig zu sein und mich ganz aufs Kapitänsamt konzentrieren zu können, spielte aber zunächst ein wenig lustlos trotzdem noch weiter.

Plötzlich jedoch rochierte mein Kontrahent lang, anstatt kurz. Ich opferte sogar gleich noch die Qualität hinterher. Durch meinen verzweifelten Königsangriff mit allerdings einigen ziemlich neckischen, einzügigen Zwischenmattdrohungen bekam ich die Figur zurück, war somit nur noch die besagte Qualität im Rückstand. Trotz großen Kampfes war ich dann überraschend erst kurz nach 23 Uhr der letzte Spieler, der seine Partie (mit einer Niederlage) beendete.

Bedenkt man, dass wir DWZ-technisch nur an den letzten beiden Brettern in etwa mithalten konnten, Wedel aber an den ersten sechs immer mindestens 150 bis 200 Wertungspunkte besser war, geht das 2:6 unter dem Strich völlig in Ordnung.

2 Gedanken zu „Spielbericht: Union III – Wedel

  1. Richter

    Hallo,

    wir haben mit Union III nicht gegen die zweite, sondern wirklich gegen die erste Mannschaft von Wedel gespielt. Vielleicht kann man das noch ändern!? Vielen Dank!

    Thomas

    Antworten

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