Spielbericht: Weiße Dame – Union

Die 2. Runde führte uns zu unseren Nachbarn vom SK Weiße Dame. Als ich pünktlich um 10:45 Uhr zur Mannschaftsmeldung erschien, traf ich auf gutgelaunte Gastgeber und einen etwas genervt wirkenden Schiedsrichter Gunnar Klingenhof. Leider waren wohl auch die Gastgeber soeben erst erschienen und noch gar nichts aufgebaut. Als sich dann herausstellte, dass auch keiner wusste, wie die Uhren zu stellen sind, war an einen pünktlichen Beginn des Mannschaftskampfes nicht mehr zu denken. Naja, wir nahmen’s sportlich, zumal Andreas, Karlheinz und Detlev sich auch verspäteten. Etwa 11:20 Uhr konnte es dann mit vollständig anwesenden Spielern losgehen und Lutz’ Kaffeedurst konnte in der Folge auch noch befriedigt werden.

Karlheinz, der erst gegen 9:30 Uhr von seinem Einsatz erfahren hatte (Holger Henrich hatte sich noch kurzfristig abgemeldet), hatte dann als Erster über ein Remisangebot seiner Gegnerin nachzudenken. Lutz, Detlev, Erich und Marian standen gut, bei den anderen drohte auch nichts anzubrennen. Von daher gab ich ihm das Ok zum Remisschluss, den er dann aber doch ablehnte. Wenn schon, denn schon. Trotz des kurzfristigen Einsatzes merkte man ihm seine Spiellaune an und weiter ging’s.
Lutz war dann zur Abwechslung mal als Erster fertig. Er hatte schon in der Eröffnung einen wichtigen Zentralbauern seines Gegners Jan Ludwig ohne jede Kompensation gefressen. Und Jan vermochte trotz sehr langem Nachdenkens schon bald nicht mehr viel entgegenzusetzen. Ohne Lutz’ Leistung schmälern zu wollen: Der gute Jan hat gerade eine Lungenentzündung hinter sich (so wurde mir jedenfalls berichtet). Von daher von hier aus nochmal gute Erholung und viel Erfolg gegen andere Gegner!
Andreas hatte zwischenzeitlich seinerseits einmal Remis angeboten, doch sein Gegner Lars Schiele erinnerte sich offenbar an das letzte Jahr, als er gegen Andreas einen vollen Punkt verbuchen konnte, und spielte weiter. Es entglitten ihm jedoch die Gesichtszüge, als er einen Bauern in der Hand hielt und dementsprechend zum Zug verdammt war. Das einzügige Matt folgte auf dem Fuße.
Thorsten hatte sich in der Eröffnung einem frühen Ansturm seines Gegners zu erwehren, was ihn einige Bedenkzeit kosten sollte. Die war aber gut investiert, denn nach erfolgreicher Verteidigung folgte schon bald der Konter. Den erlangten Materialvorteil ließ er sich nicht mehr nehmen und gewann souverän.
Marian hatte bei seinem ersten Landesliga-Einsatz richtig gute Laune und griff mit allem an, was ihm an Material gegeben war. Dass er die schwarzen Steine führte, juckte ihn dabei nicht die Bohne. Es folgte schon bald ein Figurenopfer und die gegnerische Königsstellung war entblößt. Dass es am Ende doch nur zum Remis langte, lag daran, dass die nicht vorhandenen Gegenchancen doch ein bisschen vorhanden waren. So blieb ihm nur das Dauerschach und der Gegner entkam mit einem blauen Auge.
Ein weiteres Remis steuerte Erich bei. Zwar war es ihm gelungen, einen wunderschönen gedeckten Freibauern ins Herz der gegnerischen Stellung zu implementieren. Aber wie weiter? Am Ende musste er in den Remisschluss einwilligen.
Karlheinz’ Spiellaune machte sich dann bezahlt. Von seiner Partie habe ich gar nichts mitbekommen, sodass an dieser Stelle auch leider nichts berichtet werden kann. Der Zwischenstand von 5:1 führte unsererseits zu großer Beruhigung (die letzten Jahre waren gegen Weiße Dame ja nicht so erfolgreich…), während mein Gegner Rene Mandelbaum sichtlich entnervt ein “das war so aber nicht geplant” von sich gab.
Als einziger einen schlechten Tag hatte Detlev erwischt. Und das, obwohl er sehr schön aus der Eröffnung gekommen war. Wie und warum es letzten Endes den Bach runterging, kann ich nicht sagen. Er war dann nach seiner Niederlage auch bald verschwunden.
Ich selbst hatte schließlich das Vergnügen, die längste Partie zu spielen, und sie sollte fast 6 Stunden dauern. Nach guter Eröffnung wollte ich mehr, als die Stellung hergab, und opferte im 4-Türme-Endspiel einen Bauern für Position. So gelang mein König bis auf Reihe 7, wo er allerdings zunächst nicht viel zu bestellen hatte, während noch ein zweiter Bauer wegflog. In Erinnerung an das letzte Jahr befand sich Rene wohl schon wieder im Siegestaumel, jedenfalls unterschätzte er die Kraft meines Königs in der Folge gewaltig und jagte Bauer Nr. 3 nach. Als ihm aufging, dass mein König zuerst einen Bauern auf die Grundlinie durchdrücken könnte, bot er Remis an, was wohl auch tatsächlich dem gegenwärtigen Chancenverhältnis entsprach. Aber ich hatte das Gefühl, dass mir dieses Endspiel einfach besser lag als ihm und spielte nach etwa 30 Minuten Grübelei weiter. Mit Erfolg, ein paar weitere Ungenauigkeiten seinerseits brachten mir den vollen Punkt ein.
Alles in allem ein verdienter 6:2-Sieg. So kann es gerne weiter gehen.
Euer MF1, der Gerrit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.