Spielbericht: Schachfreunde II – Union III

Unseren ersten Auswärtskampf mussten wir in der dritten Runde am 12.2.2026 ausgerechnet beim großen Aufstiegsfavoriten Schachfreunde Hamburg 2 bestreiten. Ein Mannschaftskamerad sagte noch krankheitsbedingt ab, so dass unser Kapitän am zweiten Brett mitspielte. Jörg war dann als Letzter erst gegen 23:30 fertig, erreichte aber nach mehreren Zügen in fast aussichtsloser Position gegen den Fidemeister noch ein erkämpftes Remis. Offenbar wollte mein Trainerkollege bis zur allerletzten Sekunde auskosten, kurzfristig am Start zu sein.

Nebenan am Spitzenbrett konnte ich selbst immerhin noch sieben Züge meiner Vorbereitung aufs Brett stellen, bis mein übermächtiger Gegner leider von einer früheren Oberligapartie abwich, indem Clemens Mix bewusst (oder vielleicht eher unbewusst?) sogar auf den vermeintlich besten Zug verzichtete. Schließlich war es nur eine Bezirks- und keine Oberligapartie. Prompt brach ich ein und verlor folgerichtig nach etwa zweieinhalb Stunden.

Zu diesem Zeitpunkt war als einzige Partie die am letzten Brett schon längst beendet. Umgekehrt hatte der Routinier auf Seiten der Schachfreunde Hamburg nämlich bereits im siebten Zug plötzlich und überraschend einige Probleme damit, sich im Wesentlichen zwischen zwei Kandidatenzügen zu entscheiden.

Wohlgemerkt noch in der Eröffnung nach rund einer Dreiviertelstunde wählte Thorsten endlich die aggressivere, aber falsche Alternative, um vermeintlich auf Sieg zu spielen, fühlte sich dabei vielleicht auch seinem Nachnamen verpflichtet getreu dem Motto „Nomen est omen“. Doch erst dadurch wurde plötzlich aus dem Jäger der Gejagte. Im Gemeindehaus der Dreifaltigkeitsgemeinde musste der ehemalige Taxifahrer jedenfalls lange darum bitten, betteln und beten, dass ihm nicht gleich die allerletzte Messe gesungen wurde.

Schließlich blieb dem Hammer Schachfreund hammerhart dadurch schon bald nur noch eine Minute Bedenkzeit plus Inkrement pro Zug übrig, bei noch weit über 20 zu spielenden bis zur ersten Bedenkzeitkontrolle. Doch unser elfjähriges Nachwuchstalent Motoki Ogawa verpasste es, in Gewinnstellung leider die richtige Verteidigung gegen einen ermöglichten Angriff gegen seine Königsstellung zu finden. Der Gegner konnte seine zuvor verlorene Qualität zurückgewinnen und bei gleichem Material mit der Dame Dauerschach bieten. Das Dauerschach zu unterbinden, hätte Motoki entscheidende Bauern gekostet.

Am Nachbarbrett 7 musste unser zweiter Jugendlicher hingegen lange um seinen halben Punkt kämpfen. Sein nachgemeldeter Kontrahent spielte irgendwie eine Einbahnstraßenpartie, bei der ebenfalls sehr viele Chancen ausgelassen wurden. Somit erkämpfte sich auch Nikita Kümmerlen gegen diesen stärkeren Oldie einen am Ende verdienten halben Punkt, zumal am Schluss in horrender Zeitnot beide Glücksritter hätten gewinnen können.

An Brett 3 zahlte sich für Stanislav Bunimov der investierte Bauer mit einer besseren Stellung zunächst aus, bis unsere Neuerwerbung leider die Qualität einstellte, dann jedoch als ausgleichende Gerechtigkeit ein Dauerschach fand.

Unser Präsident Philipp Roselius hatte wohl eher mit seiner starken Erkältung als der Stellung zu kämpfen. Ganz solide wurde deshalb an Brett 4 der Punkt schiedlich, friedlich und völlig gerechtfertigt geteilt. Dasselbe Resultat wurde zwar auch nebenan im fünften Match notiert.

Die Chancen auf den vollen Punkt hatte aber lange Zeit weniger der frühere Lehrer als vielmehr unser Student. Allerdings ist es sicherlich die falsche Taktik, stark anzufangen und dann stark nachzulassen, so dass wir uns genauso über dieses Unentschieden nicht beklagen sollten.

Das Geschehen am sechsten Brett verlief ähnlich. Gefühlt stand im Duell zweier junger Männer bis ins Endspiel hinein eher der Eimsbütteler etwas besser. Das bekannte taktische Motiv der Beseitigung eines Verteidigers brachte wie aus dem Nichts urplötzlich leider die Gastgeber vorentscheidend mit 4:2 in Führung.

Trotzdem fuhren Nikita, Jörg und ich nicht mit hängenden Köpfen gemeinsam nach Hause; denn trotz der Niederlage von 3:5 aus unserer Sicht haben wir uns sehr achtbar aus der Affäre gezogen und fühlen uns gewappnet für die nächste Schach-Prüfung in einem Monat.

(Thomas Richter),

(Jörg N in ein paar Passagen)

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