Spielbericht: Wilhelmsburg – Union III

Gastbeitrag von Roland:

Da ich an diesem Abend nicht imstande war, großartig herumzulaufen, fällt dieser Spielbericht teilweise eher kurz aus. Leider verlor ich zwischendurch auch den Überblick dadurch, so dass ich den Kampf schon verloren geglaubt hatte, als er es tatsächlich noch nicht wahr. Dennoch bereitete es mir Freude, nach langer Zeit wieder dabei zu sein und meine Partie sah auch die ganze Zeit recht vielversprechend aus, bis… doch dazu später.  Ich berichte hier nicht chronologisch, sondern in der Reihenfolge der Spielbretter.

Die Gegner boten Hauke an Brett 1 auf, wir kämpften immerhin gegen die erste Mannschaft von Wilhelmsburg, und soweit ich das sah, leistete Thomas lange Zeit guten Widerstand, musste sich aber dann doch in einer positionellen Partie geschlagen geben. Carina an Brett 2 war wohl ebenfalls ein guter Fang für Wilhelmsburg, jedoch hätte sich hier die Partie leicht zugunsten von Helmut drehen können. Sie gewann aber schließlich doch nach einem taktischen Geplänkel die Oberhand und damit die Partie. Nun kommen wir zu meinem Einstand in der dritten Mannschaft. Ich hatte Weiß gegen einen Franzosen, der natürlich von einem Deutschen gespielt wurde, und gerieht schnell in Entwicklungsvorteil. Es sah lange Zeit daher sehr gut für mich aus und ich hätte wahrscheinlich einfach mal mit c2 – c4 die Partie öffnen sollen – so die Meinung von Hauke nach der Partie – doch stattdessen setzte ich auf Druck, erst am Damen- dann am Königsflügel. Schließlich geriet ich irgendwann selbst unter Druck, weil mein Gegner alle Drohungen parieren konnte und plötzlich mit seiner Dame in die ungeschützten weißen Felder auf d3 eindrang. Das wäre noch nicht so schlimm gewesen und war auch von mir erwartet, doch als er mir in der E-Linie dann auch noch den Damentausch anbot, obwohl ich die Batterie Dame und Turm aufgeboten hatte, brannte wohl bei mir was durch und im Schockzustand deckte ich mit der Dame meinen g2-Bauern, den er dann seinerseits bei vorher geöffneter G-Linie mit zwei Türmen einfach so gegen meine Dame wegnahm. Ich dachte, ich hätte alles gedeckt, doch in Zeitnot schlug ich schließlich nicht mit dem König sondern mit dem Turm zurück und das wars dann. Denn mein Gegner nahm einfach den ungedeckten Springer auf f3, was ich einfach übersah. Hätte ich den König genommen, dann wäre dieser und auch all meine anderen Figuren geschützt gewesen. So wie ich es berechnet hatte, bevor ich die arme Dame zur Deckung meines Bauern zurückzog. Mein Gegner meinte nach der Partie, er sah plötzlich, dass der Springer ungedeckt war… Und ich ärgerte mich über meinen Fehler, der uns leider den Mannschaftskampf kostete – jedenfalls beinah. Tatsächlich hätte er schon nach dem ersten Turmeinschlag einfach meinen Springer schlagen können, was er und ich nicht sah.

Dies war ausführlichst meine Partie. Lother, mein ehemaliger Mannschaftskollege aus dem Betriebssport, hielt mit einer Qualität weniger und einem Bauern mehr, noch remis. Ich hoffe, ich gebe das hier richtig wieder. Das Remis stimmt jedenfalls. Ralph und Peter spielten richtig gute Partien und gewannen. Bei Peter kam es zwischenzeitlich zum Eklat wegen der Zeitschreibung und so dachte ich schon, er hätte verloren und der Mannschaftskampf sei eh aus. Daher spielte ich meine Partie zum Ende weniger sorgfältig als vorher. Rainer machte zum Erfreuen aller remis und nun komme ich zur Partie unseres Youngsters, der an Brett 8 wirklich viel Pech hatte. Zunächst begannen alle Kämpfe 15 min. später, da Wilhelmsburg wegen der Verkehrslage schwer zu erreichen war. Doch Lucas blieb sehr lange ohne Gegner, obwohl er doch spielen und sein Vater ihn auch schon um 20:30 Uhr abholen wollte… Sein Gegner hingegen ließ sich Zeit und traf erst ca. 20:05 ein. Unter normalen Umständen hätte Lucas damit die Partie gewonnen und das Blatt hätte sich gedreht. So aber ließ er sich schnell mattsetzen mit der gegnerischen Dame auf e6 und dem eigenen König auf g8. Da hatte der König leider kein Fluchtfeld mehr und so verlor Lucas ungerechterweise.

Mit anderen Worten: ein Abend der Schicksalsschläge mit Hochs und Tiefs. Nun kann die dritte ganz entspannt durchspielen…

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