Spielbericht: Union – St. Pauli II

Als Setzlistenerster und DWZ-Favorit an sieben Brettern reiste gestern Sankt Pauli 2 zum Doormannsweg zur fünften Runde in der Landesliga. Die Ausgangslage war klar: Wer hier gewinnt, hat im Kampf um den Aufstieg bestimmt ein Wörtchen mitzureden.
Um so besser, dass wir, bereits zum dritten Mal in Folge, mit unserer Stammformation antreten konnten.
So wurde dann ab 11:00 auch verbissen und konzentriert gerungen, ohne dass irgendwo der verräterisch süßliche Duft einer Friedenspfeife zu vernehmen war.
Untypisch aber dann das Ende der beiden Partien an den zwei Spitzenbrettern: Zwei fatale Einsteller führten zu ersten Punkten hier wie da. Was Thorsten seinem Gegenüber Maik Richter rüber reichte, bekam Andreas von Patrick Stenner umgehend zurück. Die logische Folge: 1-1


Bis zur Zeitkontrolle fielen keine weiteren Entscheidungen, dann erwischte es Ralf. Auch die schönste Serie geht einmal zu Ende, und nachdem er seit 2014(!) keine LL-Partie mehr verloren hatte, war der stark aufspielende Alvaro Perez de Miguel gestern der verdiente Sieger. 1-2

Nicht viel besser erging es unserem anderen Ralf an Brett acht, der sich gegen Torsten David recht weit aus der Deckung gewagt hatte, dann doch noch ein scheinbar gleich stehendes Endspiel erreichen konnte, bevor sich seine Waagschale erneut – und diesmal endgültig – senkte.

1-3 zur Halbzeit. Das nennt man suboptimal…
Das Geschehen an den anderen vier Brettern jedoch nahm sich überall gut aus. Bernd Wronn hatte mich eine ganze Weile durchgeknetet, dann wurde er etwas ungeduldig und damit aber auch anfällig für Konter. Am Ende nützten ihm seine 60% Ballbesitz nichts mehr, und ich konnte verkürzen zum 2-3.

Gerrit hatte eine lange recht ausgeglichen wirkende Stellung in feinstem Carlsen-Style zu einem Endspiel geführt, das nur noch einer gewinnen konnte. Er war sich seiner Sache allerdings nicht ganz sicher und durchaus überrascht von der Adhoc-Aufgabe von Rüdiger Breyther, die er natürlich gerne entgegen nahm. Inzwischen haben die Engines Gerrits Spiel und Rüdigers Aufgabe zwar bestätigt, aber es hätte schon noch der einen oder anderen Messerspitze Gehirnschmalz bedurft…

Egal, 3-3, wieder voll im Geschäft!
Denn Lutz und Holger standen beide gut, und bei beiden war es ein Spiel auf nur noch zwei Ergebnisse.
Irgendwann jedoch hatte sich Lutz den letzten Zahn ausgebissen und musste sich gegen Michael Schütze ins Remis fügen. 3½-3½

Holger ließ wirklich nichts unversucht, doch die ein, zwei kurzen Gelegenheiten zum Gewinn rutschten ihm durch die Finger, und nach über 100 Zügen, sechs 3/4 Stunden, verschiedenen Pattwendungen und literweise vergossenem Schweiß standen nur noch die nackten Könige auf dem Tisch… Applaus für Holgers Kampfgeist und Dirk Grotes zähe Verteidigung! Endresultat 4-4.

Leider ein 4-4, mit dem die Sankt Paulianer, auch aufgrund des Tabellenstandes, etwas besser leben können als wir…
Mal sehen, was in zwei Wochen bei den Königsspringern noch so geht.

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