Der Abend der ungewöhnlichen Springergabel

Am letzten Freitag (26.2.) trat unsere 3. Mannschaft – wie in den letzten Runden wieder nicht in Bestbesetzung – in der Schellingstraße gegen die 11. Mannschaft vom HSK an. Leider blieb das 8. Brett unbesetzt, da der Ersatzspieler Jasenko Joldic diesen zugesagten Termin wohl nicht in seinen Kalender eingetragen hatte. Somit stand es um 20:00 bereits 1:0 für den HSK. Schade!

Ich hatte an Brett 5 einen ideenlosen Abend erwischt, so dass ich nach knapp 20 Zügen dem Remisangebot meines Gegners nicht widerstehen konnte (1,5:0,5). Auf der anderen Seite hatte ich dadurch die Gelegenheit, die Partien meiner Mannschaftskollegen etwas genauer zu begutachten. Zu diesem Zeitpunkt sah es an den meisten Brettern noch ziemlich ausgeglichen aus, wobei Karsten an Brett 3 einen Bauern weniger hatte, bei deutlichem Raumvorteil.

Dann tat sich relativ schnell hintereinander an den Brettern 6 und 7 etwas, wobei jeweils eine Springergabel die Entscheidung bringen sollte. Max und Rainer konnten fast zeitgleich ihren jeweiligen Gegnern die Damen abnehmen, Max für 2 Leichtfiguren und einen Bauern und Rainer für zwei Türme (wobei ich das Gefühl hatte, dass bei Rainer mehr drin gewesen wäre). Rainer stand nach dem Tausch relativ gedrückt und seine Dame hatte nur sehr wenige Felder, wohingegen die Türme des Gegners mächtig Druck entfalten konnten. Als dann sein Gegner den h3-Bauern mit einem seiner Türme schlug und Rainer nicht mit dem König zurücknehmen konnte, da er eine Springergabel auf f2 übersehen hatte (seine Dame stand auf d1), war das Spiel so gut wie gelaufen. Nach zwei weiteren ungenauen Zügen gab Rainer dann auch auf (2,5:0,5).

Dann wurde es kurios! Max hatte sich zwar Materialvorteil erspielt, stand aber sehr gedrückt und fand irgendwie keinen Weg zum gegnerischen König. Während Max (nach eigener Auskunft) noch über ein mögliches Remisangebot nachdachte, kam es auch hier zu einer Springergabel. Diese Gabel hatte Max wohl nicht auf dem Schirm und hielt sie für so stark, dass er umgehend aufgab! Bemerkenswert daran ist, dass Max den (ungedeckten) Springer einfach mit seinem Turm hätte schlagen können und dann wäre es der Gegner gewesen, der hätte aufgeben müssen. Eine Niederlage mit Seltenheitswert! (3,5:0,5)

Zu diesem Zeitpunkt standen wir also schon mit dem Rücken zur Wand – doch sollten unsere ersten vier Bretter noch die Wende bringen! Als erstes meldete Uwe Vollzug. Er hatte den Damenflügel seines Gegners gekonnt aufgerissen und sich eine klare Gewinnstellung herausgespielt. Dieses musste auch sein Gegner einsehen und gab nach wenigen weiteren Zügen auf. Eine tolle Leistung von Uwe, besonders da er wegen eines schweren Fahrradunfalls die letzten Wochen aussetzen musste. (3,5:1,5)

Thomas lieferte eine grundsolide Partie und konnte sich früh einen Mehrbauern erspielen (oder?). Als er dann noch durch einen Läuferabzug auf die gegnerische Dame eine Qualität gewann, war der Widerstandswille seines Gegners gebrochen. Eine gewohnt souveräne Leistung unseres Kapitäns, obwohl ich ein bisschen ein richtereskes Figurenopfer vermisst habe! (3,5:2,5)

Bei Karsten machte das Zusehen an diesem Abend besonders viel Spaß, er spielte eine wirklich starke Partie! Ich glaube im 22. Zug nahm er einen Triple-Bauern auf der f-Linie in Kauf, wodurch sich die g-Linie für seine Türme öffnete und er zum entscheidenden Mattangriff auf den rochierten König des Gegners ansetzen konnte. Karsten machte in der Folge ruhige und wohlüberlegte Züge und einen Zug vor dem unabwendbaren Matt gab sein Gegner auf. (3,5:3,5) Auf einmal waren wir wieder im Spiel!

Als letztes saß noch Ralph am Brett. Er hatte sich im Laufe der Partie einen Mehrbauern und eine gewinnträchtige Stellung herausgespielt, doch fehlte ihm wohl am Ende die Kraft und die Zeit (das Spiel ging bis kurz vor Mitternacht), den Vorteil auch zu verwerten. Als er dann seinem Gegner, der nur noch eine Minute auf der Uhr hatte, ein Remisangebot machte, konnte dieser mit dem halben Punkt durchaus sehr zufrieden sein. Etwas schade, aber trotzdem eine starke Leistung von Ralph, der seinem Gegner keinerlei Gewinnchancen ließ. (4:4)

Am Ende lässt sich sagen, dass das Unentschieden durchaus gerechtfertigt ist (wobei wir an den Brettern ja eigentlich mit 4:3 gewonnen haben). Mit 4 Punkten aus 4 Runden sind wir unserem Ziel Klassenerhalt wieder einen Schritt näher gekommen!

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